FRAU iDA stellt vor #32 Antonia Kastner

Shownotes

In dieser Folge von „FRAU iDA stellt vor“ spreche ich mit Antonia Kastner aus Zwettl über ihren beruflichen Weg, ihre pädagogische Ausbildung und die Projekte, die sie im Laufe der letzten Jahre mitgestaltet hat. Wir sprechen über die Gründung des Apfelbäumchens in Zwettl, ihre Mitgründung des Projekts FRAU iDA und ihre Arbeit im Waldrefugium in Uttissenbach und darüber, wie aus Ideen konkrete Projekte werden können.

Kindergruppe Apfelbäumchen Waldrefugium MeinBiomarkt in Zwettl Website der Waldviertler Frauenwirtschaft "FRAU iDA stellt vor - Der Podcast der Waldviertler Frauenwirtschaft

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00:00:00: Frau Ida stellt vor.

00:00:09: Der Podcast der Waldviertler Frauenwirtschaft.

00:00:13: Ich bin bei meinem Projekt Apfelbäumchen, war ich sehr oft schon verzweifelt in den Anfangsjahren weil die Dinge halt nicht auf Anhieb geklappt haben und mühsam waren.

00:00:26: aber im Endeffekt bin ich stolz und voller Freude dass es doch geklappte weil es Sinn macht.

00:00:32: Mein Name ist Martina Keynes.

00:00:34: Ich stelle euch in unserem Podcast von Frau Ida interessante Frauen und spannende Persönlichkeiten vor.

00:00:41: In dieser Folge spreche ich mit Antonia Kastner aus Zwettel.

00:00:45: Sie ist Pädagogin, Gründerin der Kindergruppe Apfelbäumchen und engagiert sich seit vielen Jahren

00:00:51: für die Begleitung

00:00:52: von Frauen und Familien sowie eine professionelle Betreuung von Kleinkindern, die Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen sollen.

00:01:02: Als stellvertretende Obfrau der Waldviertler Frauenwirtschaft und Mitinitiatorin von Frau Ida setzt sie sich außerdem dafür ein, Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung zu stärken.

00:01:16: Liebe Antonia schön dass du da bist.

00:01:18: ich freue mich das Du den Weg hier zu Frau Ider gefunden hast und freue mich dass Du uns im Rahmen unseres Podcasts Frau IDa stellt vor einiges über Dich erzählst.

00:01:28: Vielen Dank, liebe Martina.

00:01:30: Ich bin gerne gekommen und so weit habe ich es dann auch nicht gehabt bis zur Freude.

00:01:34: Genau!

00:01:35: Ich möchte vielleicht damit beginnen wie es dich ins Waldviertel verschlagen hat weil du bist ja eigentlich in einer anderen Gegend geboren

00:01:43: Also ich komme aus Persenbeug und durch meinen Beruf als Lehrerin.

00:01:47: also ich hab Deutsch- und Religion als Lehramt gemacht für Hauptschule.

00:01:51: damals noch bekam ich zwei Jobangebote eins im Wien, eins im Waldvierter.

00:01:57: Und mit Wien konnte ich damals wenig anfangen, aber das Waldviertel war mir bekannt.

00:02:03: Weil meine Großmutter mit uns Kindern in meinen Ausflug noch Zwettel zum Hundertwasserbrunnen gemacht hat.

00:02:10: Somit hatte ich da ein bisschen eine Verbindung und habe mir gedacht, ja, dann gehe ich halt ins Waldvierter.

00:02:16: Begonnen habe ich in Rabottenstein, dann in Abesbach, Altmelohn, Schweggers... Also ich war quasi eine fliegende ... Lehrerin, wie es damals als Religionslehrerin üblich war.

00:02:28: Das heißt du warst dann an mehreren Schulen eingesetzt?

00:02:31: Wie war das für dich an diesen kleinen und kleinsten Schulen?

00:02:33: Ich kenne das ja auch ein bisschen.

00:02:35: Es war interessant zu beginnen denn ich musste auch andere Schultypen abdecken wie zum Beispiel Volksschule.

00:02:46: Ich hatte kein Lehramt für Volksschulen und unterrichtete dann meistens an fünf Schulen gleichzeitig.

00:02:52: Das war schon anstrengend, muss ich sagen.

00:02:54: Vor allem als Junglehrer.

00:02:56: Du hast dann auch deinen Mann kennengelernt den Christoph?

00:03:00: Ja das war auch wieder mit meiner Oma zu tun.

00:03:04: Das waren nämlich circa drei Jahre nachdem ich schon im Waldviertel war, an meinem Geburtstag.

00:03:11: meine Oma hat mich angerufen und hat mich gratuliert Hatte eigentlich schon große Sorge, weil ich war damals Vierundzwanzig unverheiratet.

00:03:20: Ging für die Oma überhaupt nicht und somit hat sie mir gewünschen dass sich einen lieben braven Mann kennenlerne.

00:03:28: Und ich habe gesagt ja Oma ist schon recht Ich will überhaupt keinen Liebenbravenmann und schon gar nicht jetzt.

00:03:34: Das habe ich natürlich nicht gesagt.

00:03:36: Ja, abends ging ich dann mit Freunden weg.

00:03:39: Damals gab es ins Wetter die Steinbar und zu sehr später Stunde habe ich meinen Mann kennengelernt.

00:03:50: Und ja so ging eins ins andere und wir haben uns ein paar Mal getroffen und uns vereinbart Wir wollen auf gar keinen Fall eine Beziehung, maximal eine Affäre.

00:04:01: Ja, das ist sehr spannend.

00:04:02: Hat circa

00:04:03: eine Woche gedauert!

00:04:05: Wir haben heuer sind wir fünfundzwanzig Jahre zusammen und ich bin sehr glücklich mit meinem Mann und freue mich über dieses tolle Geschenk meiner Oma.

00:04:16: Sehr schön, was eigentlich unbewusst an dich gemacht hat.

00:04:21: Die habt dann Kinder bekommen und während der Karrenz hast du dich dann selbstständig gemacht.

00:04:25: in welchem Bereich?

00:04:26: Erzähl uns da ein bisschen etwas darüber.

00:04:29: Je nachdem pädagogik im Allgemeinen und wie der Mensch tickt, mich immer schon sehr interessiert hat habe ich dann begonnen in der Karenzzeit bei unserem ersten Kind mich fortzubilden damals in Oberösterreich.

00:04:45: Spannenderweise bei einem Mann Ausbildung ins Leben gerufen hat, die gibt es bis heute.

00:04:53: Die nannte sich Mama Coaching und Familie Mediation.

00:04:56: Und da ging's darum dass man Tools lernt wie zum Beispiel das war eine abgeschlossene Kinesologieausbildung dabei.

00:05:04: Man hat systemisch gearbeitet, man bekam Einblick in die Kleinpädagogik alles zum Thema Bindung und wie man Menschen begleiten kann bei gewissen Defiziten und Störungen, die die Ursache in Bindungsverhalten hatten.

00:05:20: Das klingt ja sehr spannend weil ich glaube da gibt es ja bis heute vielleicht wirklich Luft nach oben auch was die Fortbildungen oder auch das Wissen vieler Mütter und Väter und Familien betrifft?

00:05:33: Ganz genau!

00:05:33: Es war damals schon eine Vorreiterposition Und ich habe mir gedacht, was mache ich jetzt mit dem und so etwas naheliegend dass sich eine Praxis bei uns im Haus eröffnete weil ich das gut mit unserem Kind verbinden konnte.

00:05:49: Ja und hab da Menschen begleitet und spannenderweise kamen alle Typen von Menschen obwohl Mama Coaching am Schild stand kamen Pensionisten, es kamen Pflegeeltern, Menschen mit unerführendem Kinderwunsch.

00:06:06: Schwangere Schulkinder also durch die Bank.

00:06:11: total spannend.

00:06:13: und ich habe mir dann die Frage gestellt eigentlich hat jeder Mensch ein Pinkel zu tragen?

00:06:19: man kann nicht alle durchtherapieren ja aber was könnte man sinnvolles machen um Kindern beim Bindungsthema ein bisschen Unterstützung zu geben.

00:06:31: Das heißt, Bindung ist das Thema, dass uns Menschen bewegt.

00:06:37: Was waren die wesentlichen Erkenntnisse bei deiner Arbeit mit dieser Vielfalt an Menschen und mit dieser vielfalt am Problemen, die da an dich herangetragen wurden?

00:06:47: Ich habe lange überlegt was könnte man nachhaltig anbieten um Menschen im Allgemeinen wo man ja sagen muss, wir Menschen haben generell zu neunzig Prozent ein unharmonisches Bindungsverhalten aus diversen Gründen.

00:07:04: Aber wo könnte man ansetzen um in der frühkindlichen Phase eine Stabilität zu bieten?

00:07:11: Denn das ist diese Zeit, wo wir Menschen am meisten geprägt werden.

00:07:15: und ich begann dann an meiner Tür auf in der Praxis brainstorming zu machen und alle Gedanken die mir so eingefallen sind über Monate zu sammeln Und kam dann auf die, die ich könnte ein pädagogisches Konzept schreiben und eine Kleinkindpädagogik gründen.

00:07:34: Das war dieser erste Gedanke... ...und habe da reingeschrieben für mich jetzt die Eier legende Wollmichsau.

00:07:41: Was alles erfüllt?

00:07:42: Alles war da drin!

00:07:44: Ich dachte mir, ja... Ja, er hat mir nicht viel gedacht.

00:07:49: Da schreibe ich so mal nieder und dann kam es eigentlich dazu Mehr oder weniger zufällig, das ist mein Mann aus dem wirtschaftsforum Waldviertel.

00:08:00: Er hat mir die Frage gestellt, ob ich eine Idee habe was könnte man für Frauen im Waldvierter tun?

00:08:11: Thema Frau und Wirtschaft.

00:08:13: Ich solle mich doch mit ein paar anderen Frauen zusammensetzen, um das mal diskutieren.

00:08:19: Ich war da anfangs vor den Kopf gestoßen weil ich mir dachte was soll ich da bitte beitragen?

00:08:24: keine Ahnung ja aber schlussendlich gab es dann dieses Treffen wo auch die Anne dabei war und zwei andere Damen und wir so ein bisschen überlegt haben was denn Frauen im Waldviertel brauchen könnten.

00:08:37: also das war schon relativ früh Und mein Input war eben zu dieser Idee, Frauen in der beruflichen Phase einer Selbstständigkeit zu unterstützen.

00:08:51: Lag ja auf der Hand das können sie nur wenn es eine funktionierende Kinderbetreuung gibt?

00:08:55: Genau!

00:08:56: Also das war die Stichwort Kinderbetreuerung.

00:08:58: ich nehme an dass war die Geburtsstunde des Apfelbäumchens.

00:09:03: Ja das nimmst du richtig an.

00:09:05: wir haben damals ja diese Projektideen getrennt und haben gesagt okay Co-Working ist jetzt noch ein bisschen zu früh, vorher braucht es die Kinderbetreuung.

00:09:15: und ich habe dann mit einer Gruppe von engagierten Personen den Verein Waldviertler Bildungswerkstatt gegründet als Trägerverein für die Kindergruppe Apfelbäumchen.

00:09:27: Kannst du uns da etwas erzählen?

00:09:28: Ich denke mir das ist ja nicht so easy sowas auf den Weg zu bringen.

00:09:33: was waren da die Hindernisse?

00:09:35: oder mit welchen Schwierigkeiten warst du da konfrontiert?

00:09:38: So was stampft man ja nicht in zwei Monaten aus dem Boden?

00:09:41: Nein, in vier Monaten.

00:09:44: Aber was waren so die Stolpersteine?

00:09:46: oder was war vielleicht ein bisschen so schwierig dabei?

00:09:50: Es gab einige Stolpesteine und ich muss wirklich sagen dieses Projekt Apfelbäumchen hat mich vieles vieles gelehrt.

00:09:57: Und zwar da wollen wir jetzt teilhaben!

00:10:00: Ich hatte ja von vielen Bereichen gar keine Erfahrung, keine Ahnung.

00:10:05: Ich praktiziere grundsätzlich bei meinen Projekten das Prinzip Learning by Doing.

00:10:10: Ich hole mir Hilfe, wo ich sie brauche und versuche mich in Bereichen wo ich glaube da habe ein Gespür dafür.

00:10:18: Und beim Apfelbarmchen ja das übliche die Locationmuster gesucht werden.

00:10:24: das brauchte wirklich eine Zeit Und glücklicherweise hat mir dann eine Dame, die ein altes Haus in Zvettel in der Hammerlingsstrasse besessen hat.

00:10:35: Ihr Haus angeboten zum Kauf und mein Mann und ich haben das dann gemeinsam erworben und mit den Fördermitteln auch damals vom Land Niederösterreich den Umbau für den Kindergarten gestattet.

00:10:49: Das war in vier Monaten!

00:10:51: Also ich habe die Bauaufsicht gemacht Die Verhandlungen, die Auflagenerfüllung mit dem Land Niederösterreich also diesen ganzen Kontakt das Team aufgebaut.

00:11:03: Man musste damals um alle Fördermittel auszuschöpfen zwei Gruppen initiieren.

00:11:09: Ja nicht nur eine sondern zweigleich?

00:11:11: Zwei.

00:11:11: doch ich hatte nur die Kinder für eine Gruppe und ich musste das Personal für zwei Gruppen stellen.

00:11:19: Also wirtschaftlich ein Disaster.

00:11:23: Das ging nur, weil – ehrlich gesagt wir alles im Ehrenamt gemacht haben und privat auch die Kastnergruppe wirklich sehr viel gesponsert hat.

00:11:32: Thema Kinderbetreuung ist eine Never-Ending-Story.

00:11:35: wie man das finanziert?

00:11:36: Es ist nämlich unfinanzierbar in Wahrheit.

00:11:39: Also privatwirtschaftlich nicht zustimmen eigentlich?

00:11:42: Nein.

00:11:43: Und hätten wahrscheinlich viele große Firmen einen Betriebskindergarten.

00:11:48: Genau.

00:11:48: Also von den Hürden, ja was gab es noch?

00:11:50: Ich hatte keine Ahnung von Buchhaltung, vom Kontrolling, von Mitarbeiterführung, von Kundenbetreuung und von Dienstplänen erstellen.

00:11:59: also ich hatte gar keine Ahnungen.

00:12:01: Aber

00:12:01: wie habt ihr das geschafft?

00:12:03: Es gibt mittlerweile seit zwölf Jahren wenn ich richtig gerechnet habe... Ja wir sind

00:12:06: jetzt im zwölften Jahr genau!

00:12:08: Und ich bin wirklich sehr happy damit weil ich hab ein ganz tolles Mitarbeiterteam.

00:12:15: Die bin ich sehr stolz.

00:12:18: Ich glaube, wir schupfen die Sache ganz gut.

00:12:20: Ja

00:12:21: und ich glaube das Thema Kleinkindbetreuung war ja damals wirklich noch ein bisschen wie so ein Problem behaftet auch insofern als gerade am Land viele sagen na die Kleinkinder gebe ich nicht weg also ich lasse die Kinder daheim bis oder ich bleibe bei den Kindern als Mutter meistens für die Karenzer ist quasi inexistent kann man sagen bis die Kinder vier Jahre sind und in den Kindergarten gehen.

00:12:47: Hast du das gemerkt, diesen bisschen Widerstand auch so von der Gesellschaft zu?

00:12:52: quasi jetzt gibt ihr Kind mit einem Ja in eine Freundbetreuung?

00:12:56: Also ich habe diesen Gegenwind sehr wohlgespürt.

00:13:00: Es gab schon ein Image-Thema zu Beginn aufgrund dessen was du gerade angesprochen hast den Kinder wegzugeben und dann für die

00:13:11: Zeichen

00:13:12: ist er sehr problembehaftet.

00:13:14: der Begriff von sich.

00:13:16: Ich habe dann jetzt seit Jahren, rede ich mir den Mund fußelig.

00:13:19: Ich glaube langsam ist es angekommen dass das Apfelbäumchen eine Bildungseinrichtung ist und dass die Kinder in dieser sensiblen Phase von einem Jahr bis drei Jahren vor allem alles lernen und mit ihnen Synapsen verbinden was sie später abrufen können.

00:13:38: Wenn man diese Phase verbockt, so geht's da mal, ist es sehr schwierig da wieder etwas aufzubauen.

00:13:47: Also günstiger ist es, wenn Kinder in dieser Phase Kontakt mit anderen Kleinkindern haben um ihren sozialen Aspekt und Konfliktverhalten zu üben und das ist ein wichtiger Stichwort.

00:14:01: man muss viele Dinge trainieren immer wieder tun

00:14:06: Und da fehlt jetzt, wenn ich das dazwischen sagen darf, weiß nicht ob es mal recht gibt.

00:14:10: Da fehlt oft in der Kleinstfamilie bei einem Einzelkind oder fehlt ja die Möglichkeit das zu trainieren?

00:14:16: Wenn jetzt das Kind bis drei, vier Jahre nur bei der Mutter ist oder daheim ist, fehlt diese Möglichkeit, das Sozialle auch zu trainiren?

00:14:26: Es ist ja oft sehr gut gemeint von den Familien aber... Du hast Kinder, ich habe Kinder.

00:14:33: Wir wissen beide wie ein Alltag mit Kleinkindern in Wahrheit

00:14:38: funktioniert.".

00:14:40: Als Mutter hat er gesagt man funktioniert Man muss viele Dinge gleichzeitig erledigen und das kann mir niemand erzählen dass er tagtäglich eine gewisse Anzahl an Stunden Zeit hat sich intensiv ohne Ablenkung mit seinem Kind pädagogisch zu beschäftigen.

00:14:57: Also ich habe auch Untersuchungen gelesen, dass Kinder die eine Zeit lang ein paar Stunden oder vielleicht einen halben Tag oder vielleicht ein Dreivierteltag fremdbetreut sind von Pädagoginnen.

00:15:09: Dass sich da deren Mütter intensiver mit ihnen auseinandersetzen wenn sie daheim sind als wenn sie es den ganzen Tag haben weil man einfach ständig was nebenbei macht.

00:15:18: Ganz genau also diese Ablenkung die man natürlicherweise im Alltag hat lässt das ja gar nicht zu mit dem Kind in der Art und Weise beschäftigt, was er in den gewissen Entwicklungsphasen braucht.

00:15:31: Davon abgesehen fehlt ja auch das Know-how.

00:15:34: Denn die Kleinkindpädagogen studieren das Jahr, was sie tun den ganzen Tag.

00:15:39: Und genau also das Wichtigste meiner Meinung nach ist das Trainieren von Konfliktsituationen.

00:15:46: Im Apfelbäumchen sind meine Mitarbeiter ausgebildet im GFK Gewaltfreie Kommunikation nach Marschall-Rosenberg und begleiten die Kinder im Alltag damit, wie sie erkennen können welches Bedürfnis das Kind hat.

00:16:04: Wie es dieses Bedürfenes benennen und ausdrücken kann und wie es sagen kann was es braucht und was es nicht braucht Und welche Methoden es gibt einen Konflikt auszutragen ohne zu spucken hauen und zu peißen.

00:16:21: Im Apfelbäumchen liegen wir auch Wert darauf, dass Eltern Informationen bekommen wie sie das auch im Alltag umsetzen können.

00:16:30: Wir haben jetzt zum Beispiel im September dann wird es eine Schulung geben für unsere Eltern wo eine GfK-Trainerin kommt und die Eltern mit ins Boot holt, damit man das auch im Alltag und zu Hause umsetzen

00:16:43: kann.

00:16:43: Ja es klingt sehr spannend!

00:16:45: Das heißt aber ihr habt es geschafft quasi in diesen zwölf Jahren da wirklich was aufzubauen?

00:16:51: Und wie viele Kinder betreut ihr und wie viele Mitarbeiterinnen hast du?

00:16:56: Ich habe fünf Mitarbeiterinnen und wir betreuen bis zu dreißig Kinder in zwei Gruppen.

00:17:02: Wie würdest du generell die Situation, wir haben sich schon ein bisschen indirekt angesprochen der Kinderbetreuung sehen.

00:17:08: Ich orte da ja im deutschsprachigen Raum eben diese Tendenz die Kinder möglichst spät in andere Einrichtungen zu geben und kenne das aus Frankreich zum Beispiel dass es ganz normal ist ein Kind mit sechs Monaten einem Jahr entweder seiner Tagesmutter was wieder etwas anders ist, aber auch in Kinderbetreuungseinrichtungen zu geben.

00:17:30: Und ich nehme jetzt die Franzosen nicht alle als asozial oder bindungsmäßig gestört wahr, was uns oft so ein bisschen suggeriert wird wenn ich sie zu früh weggebe.

00:17:40: Was würdest du dir für die Kinderbetreuerung in Österreich oder Niederösterreich generell noch wünschen?

00:17:45: Was bräuchte es da

00:17:46: noch?".

00:17:47: Also die Situation in, wie du es angesprochen hast, Frankreich mit Österreich zu vergleichen ist insofern schwierig.

00:17:54: Weil wir verschiedene Quarrenzmodelle haben.

00:17:57: Solange es bei uns in Österreich möglich ist zwei Jahre zu Hause zu bleiben wird sich nicht viel daran ändern dass sich die Einstellung der Menschen ändert denn ich glaube das viele Mütter das auch als schöne Auszeit sehen und dabei vergessen dass ihnen die Pensionsjahre abgehen werden Thema der Teilzeitfalle schnell greift.

00:18:21: Also viele Mütter, ich kann im Prozentsatz nicht sagen, aber es glaubt ein hoher, steigen einmal grundsätzlich Teilzeit wieder in den Beruf ein.

00:18:30: Das sehe ich persönlich ein bisschen skeptisch, weiß aber ungekehrt ganz genau was das für den Alltag bedeutet, den kleinen Kindern, wenn's mehrere sind und einen Kleinkind zu haben plus Vollzeitarbeiten zu gehen ohne Unterstützung ist ein Wahnsinn!

00:18:46: Das ist nicht machbar.

00:18:47: Es geht auf die Substanz und irgendeine Art der Unterstützung braucht man da als Familie, sei es eine Haushaltshilfe, eine Nennie, eine Kinderbetreuung, eine Großmutter, ein Großvater, irgendjemand, der entlastet sonst sehe ich das auch schwierig an.

00:19:04: aber wie gesagt noch mal grundsätzlich bin ich ein Befürworter dafür dass Kinder circa ab einem oder einen halb Jahre, eineinhalb Jahre ist ein guter Zeitpunkt in eine Fremdbetreuung kommen.

00:19:18: Davor hätte ich es persönlich auch nicht gemacht vor einem Jahr.

00:19:24: aber wenn es die Rahmenbedingungen verlangen und da möchte ich jetzt hinweisen auf einen Aspekt der mir persönlich überhaupt nicht gefällt nämlich den Aspekt von den selbstständigen Unternehmerinnen, die sich das nämlich nicht aussuchen können ob sie und wie Sie in Querenz gehen.

00:19:42: Das heißt, die sind gerade bei der Querenze eigentlich extrem benachteiligt von ihren Möglichkeiten?

00:19:48: Sehr benachteilt!

00:19:50: Weil was macht eine Selbstständige... Ich weise es ja aus meinen Vorstandskreisen.

00:19:56: Meine Kollegin ist selbstständiger Kontrollerin hat ihre Kunden, die sich betreut.

00:20:02: Was macht sie?

00:20:03: Sagt sie's tut mir jetzt leid, sucht euch bitte für ein Jahr jemand anderen, der euch begleitet und dann sind die Kunden weg.

00:20:10: Also es bleibt ja gar nichts anderes übrig, als sich mit ihrem Mann etwas zu überlegen wie sie die Situation lösen.

00:20:17: Aber was macht eine allein erziehende selbstständige Unternehmerin?

00:20:21: Ja da wird's noch einmal bitterer!

00:20:25: Das heißt hier müsste man dringend auch Modelle für selbständige Frauen und Einzelunternehmerinnen schaffen, wo sie wenigstens eine Wahl haben.

00:20:35: Dass uns Sie müssten dringenden finanziell gefördert werden vom Staat.

00:20:40: Du bist auch stellvertretende Obfrau der Waldviertler Frauenwirtschaft.

00:20:44: Bist von Beginn an dabei gewesen, du hast das erst kurz schon angesprochen, dass der erste Schritt die Kinderbetreuung war für die Frauen im Waldvirtel und der zweite Schritt war dann das Co-Working.

00:20:56: Das heißt unser Projekt Frau Ida.

00:20:59: Wie kam es dazu, dass du dich da an vorderster Front engagierst?

00:21:02: Warum war das für dich so wichtig?

00:21:04: Ja wie gesagt ich denke visionär Da sehe ich immer, die starke Kraft in der Wirtschaft ist meiner Meinung nach die Frau.

00:21:15: Frauen sind nicht selten multitasking und haben wirklich viel Power aber man muss ihnen die Rahmenbedingungen schaffen damit sie wirtschaftlich erfolgreich sein können und das war meine Hauptmotivation auch auch für das ganze Waldviertel etwas zu schaffen, wo diese Frauen die gute Ausbildungen haben oft akademisch ausgebildet sind viele Ideen haben Gründungsideen haben einen Rahmen bekommen wo sie dies auch verwirklichen können.

00:21:50: Wo finanziell es leistbar ist wo sie Unterstützung haben.

00:21:54: ein Netzwerk vor allem weil Ich denke, ohne Netzwerk ist es unmöglich irgendwas zu schaffen.

00:22:01: Gerade das Einzelunternehmerin?

00:22:03: Ganz genau ja!

00:22:04: Das

00:22:04: bieten wir doch oder ist zumindest wirklich unsere große Intention hier ein Netzwerk und haben wir auch schon aufgebaut.

00:22:11: Also ich bin immer wieder erstaunt... Woher diese vielen Menschen kommen, die unsere Netzwerktreffen besuchen?

00:22:20: Sei es jetzt online oder auch persönlich.

00:22:22: Also sogar von Wien kommen Frauen, die extra erfahren für das Netzwerktreffen.

00:22:27: Das heißt aber für mich, dass hat einen großen Mehrwert.

00:22:31: Dann würde man sich das nicht antun, dass man extra hier erfährt und seine Zeit hier investiert.

00:22:37: Also ich freue jedes im Aufbau klar Aber ich sehe da ein großes Potenzial für die Frauen, für die Vernetzung und vor allem auch für die Gründung von Unternehmen.

00:22:47: Genau!

00:22:48: Und auch für diese Zusammenarbeit, Kooperation mit anderen ist ja glaube ich auch ein... Da mehr schon

00:22:52: viele Erfolgsbeispiele.

00:22:54: Genau,

00:22:55: das macht auch Freude dann das zu sehen.

00:22:57: Ja so ist

00:22:57: es.

00:22:58: Du hast während der Corona-Zeit mit deinem Mann das sogenannte Waldrefugium aufgebaut?

00:23:04: Was ist das?

00:23:06: Das Waldrefugium, das ist ein Haus im Wald.

00:23:09: Wie es der Name sagt in der Nähe von Zwettel also in Utissenbach und das macht mir sehr viel Freude weil eigentlich ist es mehr ein Hoppy-Projekt.

00:23:21: Ein Herzensprojekt!

00:23:22: Ja, das macht mich eher sinnlich Spaß weil da geht's um das Thema Architektur Kunst, Kulinarik Gastgeber sein.

00:23:33: Und das ist etwas, was ich sehr gerne bin.

00:23:35: Ich vernetze Menschen sehr gerne und bringe sie dann an einem Ort zusammen.

00:23:42: Das Waldrefugium haben wir in der Corona-Zeit schon begonnen und haben es Energieattag umgebaut unter nachhaltigen regionalen Kriterien.

00:23:56: Es ist wirklich ein sehr schöner Platz geworden, wo wir uns sehr gerne aufhalten und viele Gäste bis jetzt schon gemietet haben.

00:24:04: Das

00:24:05: wollte ich gerade ansprechen.

00:24:06: das heißt es kann auch gemietet werden.

00:24:09: man findet da alle Infos sich stellt das dann auch in die Show Notes den Link zum Waldrefugium.

00:24:14: es kann also gemietet wird und das ist wirklich eine sehr schöne Location

00:24:18: Ich

00:24:18: weiß nicht Kenz Eine schöne Location.

00:24:23: Kann auch für Firmen genutzt werden, als Tagesworkshop

00:24:27: z.B.,

00:24:28: für CEO-Meetings, Interimmanagementgruppen, Teambuilding und da vernetzt sich dann auch wieder sehr gerne zu den Kolleginnen von Frau Ider die zum Beispiel bei Teambuilding oder Führungskräfte Seminaren ihre Expertise anbieten

00:24:44: können.

00:24:45: Sehr schön!

00:24:45: Das heißt das schließt sich dann der Kreis wieder ins Waldviertel.

00:24:48: Ihr habt in der nächsten Zeit etwas Größeres vor, oder du hast das Größere Vorweil.

00:24:52: Du dieses Projekt, glaube ich, leitest und zwar ist es das Thema unseres Bioladens Hollerbusch ins Wettel, der ja umstrukturiert wird und von euch übernommen wurde und wird.

00:25:04: Es soll dann heißen mein Bio-Markt.

00:25:05: was ist da deine Aufgabe dabei?

00:25:07: Warum wird's da gehen?

00:25:08: Warum ist es wichtig dieses Geschäft oder diese Location weiterzuführen?

00:25:13: Ja, also nach dem sehr tragischen Ableben von der Helga haben wir uns bemüht mit ihren Nachkommen und den Söhnen den Betrieb aufrecht zu erhalten und sie dabei zu unterstützen.

00:25:29: Mit der Absicht dass wir jemanden suchen der dieses Geschäft übernehmen kann.

00:25:35: das war in dieser kurzen Zeit von drei Monaten leider nicht machbar Und so haben wir uns entschlossen, dass die Kastnergruppe dieses Geschäfte mal als Einzelhandelsfiliale weiterführen wird bis wir jemanden finden der in unser Franchisekonzept mein Bio-Markt einsteigen möchte.

00:25:54: Das heißt, es gibt schon ein Franchisekonzept einen Laden in Graz.

00:25:59: Das wollte ich gerade fragen.

00:26:00: also es gibt eine Filiale von meinem Biomarkt.

00:26:03: wie läuft das?

00:26:04: Also das heißt dieser Franchising Konzept was bietet ihr den Franchisesnehmern da?

00:26:11: Wir bieten zur Auswahl wenn man ein Geschäft neu gestaltet, also man muss unterschiedlich übernehmen im bestehendes Geschäft oder ich suche einen Standort und setze das Konzept ganz neu um.

00:26:24: In Graz wurde es ganz neu gesetzt, da kann man als Franchisenehmer unter drei Look and Feels auswählen denn dieses Layout die Gestaltung des Ladenbaus soll auch zu dem jeweiligen Kaufmann-Kauffrau passen und auch zur Region.

00:26:44: Das heißt in der Stadt gibt's ein anderes Look & Feel als am Land.

00:26:48: Beim jetzigen Hollerbusch ist die Herausforderung, dass wir ein bestehendes Geschäft auf meinem Biomarkt umstellen.

00:26:57: Und das in einem sehr historischen Gebäude den es ist, das

00:27:04: Stamhaus

00:27:04: der Familie Kastner wo dieses Geschäft sich befindet.

00:27:09: Da gab's immer schon ein Lebensmittelgeschäft und deshalb war es uns natürlich auch besonders wichtig das fortzuführen.

00:27:18: Ja, ich koordiniere quasi die Umsetzung des Projekts mit vielen Mitarbeitern von uns.

00:27:27: Jeder hat seine Aufgabenbereiche.

00:27:30: Im November wird ca.

00:27:32: zwei Wochen geschlossen werden und dann gibt es die große Eröffnung von meinem Biomarkt.

00:27:37: Und dann ist das Labenkonzept ganz neu.

00:27:39: Genau!

00:27:40: Es soll dazwischen nicht geschlossen sein sondern weitergeführt werden und die große Umgestaltung kommt dann im November?

00:27:47: Ganz genau

00:27:48: Ja, sehr schön und es ist natürlich wirklich wichtig glaube ich dass dieser Standort eines Biomarktes.

00:27:55: Ich glaube das wird jetzt sehr gut angenommen.

00:27:56: Ich kenne ganz viele Menschen die da regelmäßig einkaufen und es is auch wichtig das hier fortzuführen.

00:28:02: Und man darf nicht vergessen Es ist ein Nahversorger und Nahversorger gibt es aktuell in der Innenstadt Nummer einen Und ich denke schon, dass das sehr wichtig ist.

00:28:14: Wir haben viele Menschen, die einen Zweitwunssitz im Waldviertel haben, die am Wochenende in den Ferien kommen und die machen ihren gesamten Einkauf im Biomarkt.

00:28:25: Genau!

00:28:26: Jetzt kommt meine abschließende Frage, die ich allen meinen Interviewpartnerinnen und Partner stelle.

00:28:31: Was würdest du Mädchen und jungen Frauen empfehlen aufgrund deiner eigenen Lebenserfahrung und Expertisen?

00:28:39: Ich würde ihnen ans Herz legen Denkt groß und träumt groß.

00:28:45: Man kann alles erreichen im Leben, das ist jetzt ein Satz den haben wir sicher alle schon einmal gehört.

00:28:51: aber das Wichtigste was man dazu braucht ist meiner Meinung nach

00:28:56: Durchhaltevermögen.

00:28:57: Dann geht's Resilienz Und das und jetzt schließt sich der Kreis wieder.

00:29:02: Das lernt man im Kleinkindalter

00:29:04: Genau.

00:29:04: Also das heißt, diese Eigenschaften auch mit schwierigen Situationen gut umgehen zu können.

00:29:09: Und wenn es mal gleich nicht auf Anhieb klappt, dranbleiben an einer Idee und eine Umsetzung Näcke aufgeben?

00:29:17: Ich glaube dass man sehr vieles manchmal halt auf Umwegen erreichen muss damit man viele Lernfelder hat.

00:29:27: also ich bin bei meinem Projekt Apfelbäumchen weil sehr oft schon verzweifelt in den Anfangsjahren, weil die Dinge halt nicht auf Anhieb geklappt haben und mühsam waren.

00:29:40: Aber im Endeffekt bin ich stolz und voller Freude dass es doch geklappt hat, weil es Sinn macht.

00:29:46: also wenn man einen Sinn hinter einer Sache sieht denke ich lohnt es sich dran zu

00:29:51: bleiben.

00:29:51: Ja ich glaube das ist jetzt ein wunderschöner Schlusssatz von dir.

00:29:55: Danke liebe Antonia, dass du da warst und danke auch für deine Ausführungen

00:29:59: Sehr gerne!

00:29:59: Danke Martina.

00:30:05: Vielen Dank an alle Zuhörerinnen und Zuhörer für eure Aufmerksamkeit.

00:30:09: Falls ihr mehr wissen wollt über das Projekt Frau Ida von der Waldviertler Frauenwirtschaft, wir bieten Raum für produktives Arbeiten aber auch Raum für Community- und Weiterbildung.

00:30:21: Besucht gerne unsere Website www.frau-ida.at.

00:30:27: Ciao!

00:30:28: Und alles Gute bis zur nächsten Folge.

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